Buch

Erste Worte

In was für einer Zeit leben wir? Schauen wir uns um …
Aufstrebender Rechtspopulismus, Terrorismus, Krieg der Worte, Krieg der Waffen und viele Tote. Tugenden sind nicht mehr angesagt – allein das Wort „Tugend“ wird langsam unbekannt.

Die Schlagzeilen sind voller Horrormeldungen und dem geistigen Exhibitionismus mancher narzisstischen Menschen geprägt.
Wo führt das hin?
Zur Angst.
Wir Menschen bekommen Angst.
Wer Angst hat ist lenkbar.
Angst ist der Treibstoff der Wirtschaft, des Rechtspopulismus, der Machtmaschinerie der stets machthungrigen Machthaber.

Wie wird diese Angst erschaffen?
Durch teils perfide Strukturen der Wirtschaft, der Medien, der Politik, der Regierung, unserer Nachbarn, von uns selbst.
Es sind Strukturen – von Menschenhand gemachte Strukturen.

Natürlich gibt es ethische und tugendhafte Strukturen denen wir Menschen sinnvollerweise folgen, sowie praktische Gedanken das Leben zu erhalten. Es wäre irrig das abzustreiten.

Was wäre wenn Strukturen nur funktionieren weil wir Menschen ihnen folgen? Jede Struktur ist ersonnen, erdacht, gemacht. Manche entstehen auch aus der Beobachtung heraus, werden mit einer Schlussfolgerung bzw. Überzeugung bedacht und somit besiegelt.

Ein tragikomisches Beispiel aus Brasilien wurde mir von meinem Onkel erzählt. Ein Mann starb nachdem er von einem Glas getrunken hatte in dem eine Fliege ertrank – das war die Beobachtung.
Eine tote Fliege im Glas macht das Getränk giftig – das ist die Schlussfolgerung und wird somit zum Glauben – daraus wird eine Überzeugung. In Brasilien trinkt man also nicht mehr von einem solchen Glas, weil man sons stirbt.

Für die meisten von uns sind Strukturen auch weiterhin die beste Wahl. Strukturen sind an sich nichts Schlechtes. Ich denke es war Nero der sagte: „die glücklichen Sklaven sind besten Sklaven“ und er prägte auch „Brot und Spiele“.

Da fällt mir ein Satz eines geliebten Freundes ein: „Wieviel Freiheit verträgt der Mensch?“ Das wird wahrhaftig einer der Leitsätze für dieses Buch sein.

Wieviel Freiheit vertragen Sie? Wieviel Ruhe? Wieviel Stille und Nichtstun? Wieviel Liebe ertragen Sie bevor Sie schreiend davon laufen?

Diese und mehr Fragen wollen wir beobachten – ihnen „gewahr“ werden. Könnten wir wahrhaftig ohne Strukturen leben? Oder anders gefragt – können wir mit Strukturen leben ohne von ihnen zu abhängig zu sein, weil wir wissen das es sie künstlich sind?
Können wir Strukturen nutzen? Können wir den Spieß umdrehen und Strukturen benutzen so wie sie uns früher benutzt haben?

 

|Kapitel 1| Strukturen unter der Lupe

Was sind Strukturen? Wer macht Strukturen? Und vor allem wie?

„Wenn du deinen Teller brav leer isst, dann scheint morgen die Sonne.“
„Wenn du brav bist, dann kommt morgen das Christkind.“
„Wenn du nicht brav bist, dann holt dich der schwarze Mann.“

Für uns Erwachsene sind diese Sätze evtl. bloße Erinnerung an die Kindheit, doch als Kind lagen wir stundenlang wach und hatten Angst vor dem unbekannten Entführer – für uns war das real.

Und heute als Erwachsene?

„Alter bedeutet Krankheit, Gebrechlichkeit, Einsamkeit, Leid und schließlich den Tod.“ Je älter man wird, desto mehr macht vielen dieser Satz zu schaffen.

„Vorbeugen“ heisst das Zauberwort. In die Rente einzahlen – staatlich und privat, denn eines von beiden reicht nicht mehr. Gesund leben, richtig ernähren, ganzheitlich denken – nur was ist gesund/richtig/ganzheitlich?
Wer definiert das?

Die Wirtschaft. Warum definiert die Wirtschaft die meisten unserer Belange? Die Wirtschaft weiß das es keine Strukturen gibt und sie ist Meister im Erschaffen von solchen. Sobald sich etwas vermarkten lässt ist es gut, gesund, richtig, usw. – und kommt im Fernsehen – denn was im Fernsehen kommt ist richtig.

Für die Frage nach dem Tod sind die Religionen und die Spiritualität zuständig – sie bieten mannigfaltige Wege dieser Frage aus dem Weg zu gehen.

Das ist eine kleine Auswahl von Strukturen. Darüberhinaus gibt es persönliche Strukturen, familiäre, gemeinschaftliche, ländertypische, nationale, kontinentale, globale Strukturen – geschichtliche Strukturen nicht zu vergessen.

Man hat das Gefühl alles besteht aus Struktur, ist systemisch miteinander verbunden und in Abhängigkeit. Genauso ist es – da komme ich später drauf.

Das ist seit Adam und Eva so, denn diese beiden haben die ersten Strukturen geschaffen. Leider. Als sie auf dem Weg waren mittels eines Granatapfels vollkommen zu erwachen bekam der, der sie erschaffen hatte, Angst vor den beiden. Hätten sie doch im erwachten Zustand erstmals klar und vor allem zu Ende denken können. Hätten beide ihren Sklavenzustand erkannt und aufbegehrt. Also war es besser sie im Zustand des Chaos zu belassen, den wir heute Dualität, Normalität oder Realität nennen.

Wer war dieser Schöpfer?
Es gibt verschiedene Theorien darüber. Viele Religionen sind sich aber scheinbar einig, das „es“ vom Himmel auf die Erde kam. Im Hinduismus und älteren Religionen sind Sternenmenschen in Raumschiffen auf die Erde gekommen.
Ich verhasple mich gerade… wir waren beim Thema Strukturen.

Alles besteht aus Strukturen – bedeutet das, man lebt im Vakuum sobald man in die Singularität rutscht. Man sitzt auf einem Meditationskissen, spricht langsam, bewegt sich langsam und kaut ab und an auf einer Biodattel herum?

Manch einem erwachten Menschen geht es so, doch die meisten sind ganz „normal“. Anstatt Struktur zu leben, sehen sie die Struktur vor sich und können sie geistig durchdringen.
Was heißt geistig durchdringen? Erkennen das die Struktur gemacht ist und ihr ohne Abhängigkeit folgen. Dazu gehören Konzepte über Körper, Geist, Seele – Krankheit und Gesundheit.

Es gibt die Dinge weil sie erdacht sind und deswegen funktionieren – wirken sie. Sobald ein System oder ein Konzept in der Welt ist, muß es funktionieren – auch dieses geistige Gesetz wurde erdacht – muß also auch erfüllt werden.

Ein Teufelskreislauf. Gibt es überhaupt ein „Entrinnen“ – Nein. Es gibt nur ein Aufwachen und damit ein Durchdringen.
Es gibt kein Aufhören mit Strukturen innerhalb der Strukturen. Das wäre Augenwischerei zu meinen jemand könnte dies – vielleicht für eine Zeit, aber nicht für lange. Da ist nur ein „Enden“.
Es gibt nichts und doch muß man mit allem dem Glauben geschenkt wird umgehen.

Alles was erdacht wird – ist in der Welt – zeigt Wirkung – und bestätigt sich somit selbst. Das ist wie mit einem Opferritual wenn es stürmt. Nach sieben Tagen Zeremonie hört der Sturm dann auf – „Hoch lebe das Ritual! – es hat geholfen!“

Jeder Gedanke der gedacht wird findet seinen Weg in die Realität.
Es kann sein das in China ein Mann einen Geistesblitz hat und in Mexiko eine Frau diesen umsetzt – alles möglich.

|Kapitel 2| Strukturen im Test

Ich habe da mal ein paar Sachen vorbereitet…

„Feuerlaufen“
Alter Hut werden Sie sagen – nix Neues. Wirklich? Anscheinend ist uns das Laufen über glühende Kohlen so vertraut, das wir uns keine Gedanken mehr über dieses Wunder machen. Einst war es nur den spirituellen Führern vorbehalten, da nur sie das Geheimnis kannten.

Welches Geheimnis?
Es gibt keinen Unterschied zwischen glühenden Kohlen und den Fußsohlen – beides ist nicht existent.

Blödsinn?

Werfen Sie das Buch nicht gleich in die Ecke – geben Sie mir noch eine Chance…

„Bei der Vorbereitung auf den Feuerlauf dreht es sich um eine Energieerhöhung des Körpers bis er äquivalent zu dem des Feuers ist. Das dauert in der Regel einen Tag. Sobald die Fußsohle und die Kohle das gleiche Energiepotential haben findet kein Energieaustausch statt – ergo: heiß und heiß verbrennt sich nicht.“

Klingt das besser für Sie? Gut, dann haben wir gerade eine Struktur erschaffen, die tadellos funktioniert und Sie gesunden Fußes über 800 Grad heiße Kohlen bringt.

Es gibt so viele unglaubliche Sachen – die passen gar nicht alle in ein Buch. Eine Geschichte noch…

„Lichtnahrung“
Also Menschen, die sich abends eine Kerze auf den Esstisch stellen – Spaß beiseite – das hat im Grunde nichts mit Licht – weder Kerzen- noch Sonnenlicht zu tun. Der Name ist mißverständlich. Lichtnahrung hat nicht einmal etwas mit Nahrung zu tun.

Ich mach mal wieder eine Parallele wie vorhin auf:
Da der Körper an sich nicht existent ist… braucht er weder Nahrung noch Flüssigkeit.

Buch in den Müll werfen oder weiterlesen? …oder brauchen Sie wieder eine Struktur?

Ok, Struktur…
„Innerhalb eines 21 Tage währenden Prozesses wird der Körper auf Lichtnahrung = Photonenernährung umgestellt. Wir essen Pflanzen, die umständlich Photonen in Materie umsetzen – wie? Kann selbst die im Moment geltende Wissenschaft nicht gänzlich erklären. Wir essen dann die Materie und zerlegen sie wieder in Photonen. Umständlich? Ja! Warum also nicht gleich auf die Photonen zurückgreifen, die sowieso im Raum frei zur Verfügung stehen. Wir sparen uns die Energie des Verdauens – wobei der Energiebedarf des Verdauens sowieso höher ist als das was letztlich die verdaute Substanz in sich trägt – aber das ist ein anderes Thema.“
So könnte man jedenfalls Lichtnahrung kurz und ohne esoterisches Beigemenge strukturieren.
Das Ganze ist natürlich viiiiel komplizierter sobald Sie einen Eingeweihten oder Esoteriker fragen.

Nicht bei mir – easy – noch ne einfache Erklärung?

„Sie sind Alles – also auch alle Nahrung.“

Tun Sie mir den Gefallen und essen Sie weiter, trinken Sie ausreichend sonst sterben Sie, denn Ihre Strukturabhängigkeit wird Sie nach 4 Tagen ohne Flüssigkeit zum Tod führen. 

Wir können ohne Probleme längere Zeit ohne Nahrung sein – das ist gerade in Europa genetisch bedingt. Ernteausfall, magere Zeiten – da haben unsere Vorfahren schon manchmal Monate Kohldampf geschoben bis die sauere Gurkenzeit vorbei war.
Das nennt man heute Fasten und kann es gut verkaufen. Das ist medizinisch gesehen aber etwas völlig anderes als Lichtnahrung – bitte nicht verwechseln!

Es gibt genügend „Pranier“ (Lichternährte) die ohne oder mit geringster Flüssigkeitsaufnahme leben.
Wie?
Was ist Flüssigkeit? Ein energetischer Zustand…

Im Endeffekt könnte ich das Beispiel mit den Kohlen wiederholen:
„Die Körperenergie wird auf die von Prana erhöht und somit der Körper komplett „geflutet“ – dazu gehört auch Flüssigkeit.“
Prana enthält alles was der Körper so braucht. Oder mit meinen einfachen Worten – Sie sind alles, somit auch Prana. Sie ernähren sich quasi selber ohne es zu merken. Es hat Ihnen nur noch keiner gesagt.

Warum niemand darüber spricht? Damit ist kein Geld verdient – und – die Menschen könnten innerhalb des Prozesses aufwachen und nicht mehr steuerbar bzw. manipulierbar sein.
… Adam und Eva – erinnern Sie sich?

Es ist auch kein Affront gegen hungernde Menschen. Wer diesen Prozess machen möchte, der muß vorher satt gewesen sein. Es ist daher keine Lösung für die Dritte Welt.

Die Lösung für die dritte Welt ist bei den korrupten Menschen zu finden, die ihr eigenes Land an Industrieländer verscherbeln, damit dort in einer ersten Welt gelebt werden kann. Und alle machen mit – ob sie wollen oder nicht.


|Kapitel 3| Strukturen machen Sinn

Strukturen machen in jedem Falle Sinn solange der Mensch noch nicht selbst entscheiden kann wie er leben möchte. Das ist bei Kindern bis 10-12 Jahren so und bei Erwachsenen, die sich so verhalten bzw. in dem Alter emotional steckengeblieben sind.
Diese kleinen Menschen brauchen noch Bilder die sie – für wahr – nehmen können.
Die Entscheidung „anhalten“ zu können und der Struktur nicht mehr zu folgen ist jedem Menschen gegeben.

Wie Maslow mit seiner Bedürfnispyramide beschrieben hat, beginnt mit dem Anhalten ein Roadtrip durch Existenzängste sozialer, finanzieller, spiritueller Art, der seinen Showdown bei der Angst vor dem Tod hat.

Was passiert wenn der Mensch sich in dieser Situation nicht von seinen Gefühlen abwendet, sprich sie negiert oder abspaltet? Was passiert wenn der Mensch in dieser Situation nicht auf seine Gefühle zugeht, sie einordnet und damit umzugehen versucht – was letztlich auch nur Flucht ist?

Was passiert wirklich wenn der Mensch sie da sein läßt – ohne etwas zu tun? Ohne einem Muster oder einer Struktur zu folgen? Was passiert? Nehmen Sie sich ein, zwei Minuten und denken Sie darüber nach oder besser noch Sie stellen diese Frage und warten auf eine Antwort. Nur warten.

Meine Antwort – das Gefühl „endet“. Man kann zu diesem „Enden“ wenig beitragen – außer das Gefühl zu fühlen, nichts damit zu tun, bis es „endet“.

Der Dalai Lama wurde einmal gefragt, ob er jemals wütend würde. Er meinte – sicher doch – nur dauert das halt nicht lange bis es wieder vorbei ist.

Mit den Gefühlen enden auch die Strukturen. Mit dem Ende der Strukturen erfährt der Mensch den Anfang der Freiheit. Diese Art von Wahrnehmung geben verschiedene Menschen weiter, wie Eckhart Tolle, Christian Meyer oder vormals Jiddu Krishnamurti und Jesus.
Die „Lehre“ vom Nichts – Advaita Vedanta – es ist eigentlich keine Lehre – es geht um das Nichts tun. Wobei damit nicht ein bloßes Herumsitzen gemeint – es geht ums Fühlen und Hingabe – aktives Nichtstun – pures Leben.

So lange ein entscheidungsfähiger Mensch nichts mit diesen Worten angefangen kann bzw. nichts in ihm klingelt, ist es besser die gelebten Strukturen wohlweislich abzuwägen und ihnen zu folgen.

Das Einzige was der Mensch tun kann ist – sich etwas „wünschen“ und es wieder vergessen. Ansonsten gibt es nichts zu tun – kann nichts getan werden. Doch davon handelt das nächste Kapitel.

 

|Kapitel 4| (Irr)Wege

Warum kann der Mensch nichts zu seiner Erleuchtung beitragen?
Ups, da höre ich eine paar Menschen nörgeln… welcher Mensch möchte denn erleuchtet werden?

Ein Zitat und ich weiß nicht mehr von wem:
„Wenn du die Wahl hast 1 Millionen Euro oder Erleuchtung geschenkt zu bekommen – dann wähle das Geld… da gibt es wenigstens jemanden der sich darüber freuen kann.“

„Was“ bzw. „Wer“ möchte denn erleuchtet werden? Menschsein ist eine Illusion. Da gibt es niemanden der erleuchtet werden könnte.
Erleuchtung ist ein Konzept – eine Struktur, die uns davon abhält die Dinge enden zu lassen und endlich das zu sein was wir sind: Gewahrsein.

Dieser simple Gedanke das es eine Erleuchtung gäbe trennt uns vom Gewahrsein. Dieser simple Gedanke initiiert das es ein vorher und nachher gäbe – und dann schnappt die „Falle“ zu.
Wir kommen vom Regen in die Traufe und realisieren nicht wie weit wir im Versuch uns zu finden eigentlich von uns weg bewegen. Es gar unmöglich machen uns ganz hinzugeben. Hingabe und Mitgefühl erschaffen die Welt – läßt sie drehen.

Anstatt von einem Kurs zum nächsten zu hasten sollten wir einfach stehenbleiben und nichts tun. Anerkennen das wir nichts tun können. Traurig sein, schreien, weinen das wir nichts tun können.

Wer sein Gewahrsein erweitern will, der ist in die Falle von Vorher und Nachher getappt. Gewahrsein kann nicht erweitert werden – es ist unendlich.

Das war es immer – ist es – wird es immer sein. Diese Hilflosigkeit nichts tun zu können ist grausam. Einzig und allein den Wunsch zu haben und den gehen zu lassen… denn da gibt es nichts was getan werden könnte – da ist nichts.

Diese Machtlosigkeit – man hat alles getan um ein besserer Mensch zu werden, sich besser ernährt, besser gedacht, überhaupt besser gelebt – alles umsonst? Ja und Nein. Ja, weil es da nichts gibt was den erlebten Moment verbessern könnte. Nein, weil ein „rechtes“ Leben und Denken das Enden der Dinge anscheinend erleichtert.
Was ist ein „rechtes“ Leben? Man kann wieder zur Einfachheit der Gedanken finden – sie durchdringen – zu Ende denken. Und vielleicht letztlich feststellen, das es „die“ Gedanken gar nicht gibt. Gedanken sind da – einfach so. Man kann sie denken oder nicht.
Kommt jeder mit? Für diejenigen die es nicht weiter interessiert – einfach aufhören zu lesen. Für diejenigen unter Ihnen die mir teilweise zustimmen können – bleiben Sie am Ball, denn das Beste kommt wie immer irgendwo wenn man es nicht erwartet.

Was ist das „Beste“?

Eine Initialzündung, die einen von Null auf Hundert zum Gewahrsein bringt? Eine Textphrase, die einem Klarheit bringt? Ein Gedanke der die Lücke in der Logik schließt?
Und schon sind wir wieder im Buchfluß – nächstes Kapitel…

|Kapitel 5| Gedanken

Was sind Gedanken? Woher kommen Gedanken? Wer denkt die Gedanken? Komische Fragen, oder? Kleine Übung gefällig?
Setzen Sie sich entspannt hin und fragen Sie sich:
„Woher kommen die Gedanken?“
Versuchen Sie nicht eine Antwort zu finden – hören Sie in sich hinein… Frage stellen und lauschen.

Was ist die Antwort? Gab es eine Antwort? Blieb es still? Woher kommen dann die Gedanken?
Antwort:
Sie sind einfach da.

Das Wichtige dabei ist – es sind nicht Ihre! Kein Gedanke, wenn er sich noch so nach Ihnen anfühlt, ist Ihrer. Alle Gedanken entspringen aus der tiefsten Tiefe des Seins, wobei jeder an sich unpersönlich ist. Sobald ein Mensch einen solchen aufgreift wird der scheinbar persönlich und zieht eine Reihe von weiteren mit sich – und schon haben Sie ein schönes Gedankenkarussel aus dem Sie kaum mehr herauskommen.

Buddha sagte:
„Der Mensch kann nur einen Gedanken zur gleichen Zeit denken“ – also wählen Sie gut… Sie können einem Gedanken Raum geben und ihn weiter verfolgen oder ihn von Anfang an für nicht wichtig erachten.
Was Ihnen einfällt – darauf haben Sie keinen Einfluss. Das Meiste wird von Ihrem Unterbewusstsein ausgefiltert bevor es Ihnen in den Sinn kommt.
Für welche Gedanken Sie allerdings „anfällig“ sind, ist wiederum von Ihrem Wesen abhängig.

Sie alle kennen den Moment von einem unfokusiertem Dahinblicken in die Gegenwart zurückzukommen. In dieser kurzen Zeitspanne gab es keinen Gedanken – warum? … Da waren Sie nahe am Erwachen – nahe am Sein.
Auf diesen diesen Zustand werde ich in einem späteren Kapitel zurückkommen.

Wir waren bei den Gedanken die nicht Ihre sind… komischer Gedanke – oder? „Gedanken sind frei“ meinen die Dichter und Denker.

Gedanken entspringen dem „Morphogenetischen Feld“ sagen die Esoteriker.

Würden Sie jedoch einen Moment im erwachten Zustand verweilen, dann könnten Sie Gedanken entstehen sehen. Wie Bläschen formen sie sich in den Tiefen der vollkommenen Stille und Unendlichkeit – steigen langsam auf, dringen ins Gewahrsein, um schließlich einen Weg ins Bewusstsein zu finden und schwups meinen Sie – es wären Ihre.

Manchmal erleben Sie das auch mit Ängsten oder anderen Gefühlen.
Fragen Sie sich: „Ist das meine Angst, mein Gefühl? Oder wo gehört das hin?“. Vielleicht finden Sie heraus das Ihr Partner etwas negiert, das Sie für ihn wahrnehmen.

Die Möglichkeiten sind unendlich und reichen bis hin zu Krankheiten, die Sie für andere „austragen“. Es gibt Menschen, die meinen das Krebs eine Krankheit der Erde ist, die wir als Menschen austragen. Wir leben scheinbar getrennt voneinander und doch trägt jeder Mensch alles in sich – so wie jeder einzelne Bildpunkt eines Hologramms das ganze Bild in sich trägt.

|Kapitel 6| Ängste

Was sind Ängste? Ängste sind körperliche Reaktionen auf gedankliche Bewertungen. Alter Hut… werden Sie sagen. Der Körper wird in eine Bereitschaft zur Starre, Flucht oder Kampf gebracht – mit allem was dazu gehört. Blutdruck, Muskeltonus, Zeitempfinden, usw., doch woher kommt diese Veranlagung?

Aus der Steinzeit, oder noch früher? Welche Vorfahren auch immer diese damals wichtige Genetik geprägt haben, brauchten sie wirklich – jeden Tag. Das Leben in der Horde, im Clan, im Volk. Ein Leben am abendlichen Feuer, das Schutz bot.

Es war schlicht ein Umgang mit Situationen die den Tod bedeuten konnten. Wer nicht am Feuer saß oder gar von der Horde verstoßen wurde und im Wald alleine war – wird sterben. In jener Zeit gab es noch ausreichend wilde Tiere, die auch Menschen nicht verschmähten.

Wer saß denn im Inneren Kreis am Feuer? Die wichtigen Menschen, Entscheidungsträger, die Beliebten, die Nützlichen – aufgefüllt mit denen die entschieden wer im inneren Kreis sitzt.
Und wer saß im Kreis dahinter – im Äußeren Kreis? Diejenigen, die gerne im inneren Kreis sitzen wollten.
Wer öfters auffiel, sich unbeliebt machte, Unrecht tat, körperlich und geistig nicht fähig genug war, zu laut war, eine eigene Meinung hatte – die Liste ist lang… der wurde zum Schutz der Horde auch schon mal verstoßen – und das bedeutete den Tod.
Dieses Verhalten wurde über Generationen weitergegeben und schließlich eine genetische Struktur …… bis heute!
Wir reagieren heute, teilweise unbewusst, noch genauso wie damals. Die äußeren Umstände sind heute anders, doch die Struktur ist die gleiche. Heute wird niemand im Wald von wilden Tieren gejagt – heute wird man von der Gesellschaft gejagt, die froh ist ein Opfer zu haben, welches zeigt, das man selber nicht das Opfer ist. Aufgestaute Angespanntheit resultierend aus Ängsten wird auf die Verlierer projiziert.

Wo ist da die Entwicklung? Egal was auch immer wir in der Welt entwickelt haben, so lange wir nicht unsere Genetik auf den heutigen Stand bringen, so lange werden wir immer wieder mit den gleichen Problemen und Krisen umgehen müssen.

Was heißt unsere Genetik auf Stand bringen?

Was ist Neid?
Die Angst vor dem Tod.
Warum?

Der Clan schützt, wie schon gesagt, den inneren Kreis der wichtigen Menschen – die eher unwichtigen sind im äußeren Kreis. Jeder will natürlich im inneren Kreis sein – so war das früher. Heute sind die wichtigen Menschen eher virtuell wichtiger – der hat ein größeres Auto, also ist er wichtiger, also im inneren Kreis, ich dagegen mit dem kleinen Auto muß in den äußeren Kreis und werde eher sterben – da ist die Angst vor dem Tod, die sich dann als Neid und Habgier zeigt.

Es war auch wichtig Kinder zu bekommen um für Nachwuchs zu sorgen – als „Altersvorsorge“. Sie schützen zudem die Alten im inneren Kreis – also wieder die Angst zu sterben.

Die von Maslow beschriebenen Grundbedürfnisse stehen immer im Bezug zur Angst vor dem Tod. Wenn wir das alles wissen – warum durchbrechen wir nicht diesen Kreislauf?

Weil die Angst vor dem Tod profitabel ist.

Sie macht Menschen oder sagen wir Lebewesen fügsam und steuerbar. Das ist der Grund warum es immer noch Leid auf der Welt gibt. Hallo – wir leben im 21. Jahrhundert und schimpfen uns Hochkultur.
Das Schlimmste ist allerdings das wir das Alles als gegeben hinnehmen.

Aufwachen!

|Kapitel 7| Tipps und Tricks

Anscheinend gibt es keinen „Weg“, keine Technik die zum Sein führt als das Sein selbst.
Meditation?
Meiner Meinung nach geschieht Meditation – man kann sie nicht praktizieren. Wer sich regelmäßig zur Meditation hinsetzt und sich einem Ablauf hingibt, der erlangt Routine aber kein Erwachen. Im Gegenteil – es führt weg vom Selbst. Meditation geschieht wann immer auch. Beim Einkaufen, unter der Dusche und dauert meist nicht länger als einen Moment. Nach diesem Moment der Klarheit fängt unser Verstand sofort an das eben Erlebte für sich zu verbuchen und ergibt sich in Projektionen bzw. Gedanken.

Häufiges kurzes Innehalten ohne das Erlebte zu bewerten oder nach-zu-denken führt zu einer Häufung solcher klaren Momente, die sich im zeitlichen Ablauf miteinander verbinden und somit wie ganze Zeitabschnitte erscheinen. Letztendlich ergibt sich ein scheinbarer Dauerzustand der Klarheit, der Wachheit.

Casual works – wie strukturiertes Arbeiten den Geist befreien kann. Sie bügeln ein Hemd, oder waschen ab, ihre Gedanken schweifen ab und auf einmal haben Sie eine Idee.
Noch besser ist Autofahren. Ihr Verstand ist komplett mit der Handlung beschäftigt, so das Meditation geschehen kann. Es wird still – sie schalten ab – bekommen den Kopf frei und lösen ein Problem, welches sie schon länger bedrückt.
Was passiert da?
Wie schon gesagt – ihr Verstand, ihr Ego ist mit einer Aufgabe betreut und somit kann es still werden – sie öffnen sich für neue Gedanken. Gedanken, die sie nicht erdenken können, finden den Weg zu ihrem Bewusstsein – „neue Ideen“.
Nicht selten treffen wir erwachte Menschen gerade in den „einfachen“ Berufen an. Sie selber würden sich nicht als erwacht bezeichnen – eher als grundlegend zufrieden und glücklich mit dem was ist. Schwierigkeiten dagegen haben Verstandesmenschen oder jene die eine (falsche) Vorstellung von Erleuchtung haben.

Was kann man dann überhaupt „tun“?
Nichts – wobei das ist ein „aktives Nichtstun“ ist.

Der bekannte Vergleich mit der Katze vor dem Mauseloch! Wachsamkeit ist das Zauberwort! Seien Sie wachsam! In allem! Seien Sie wachsam wenn Sie Ihren Joghurt öffnen – was geschieht da? Welches Geräusch entsteht? Welcher Duft verbreitet sich? Wie fühlt sich der Becher an? Und, und, und – seien Sie wachsam!
Leben Sie Ihre Umstände und seien Sie bereit!
Aus allem spricht das Leben Bände zu uns – wir haben nur verlernt zuzuhören. Lernen Sie wieder zu beobachten – auf kleine Dinge zu achten – das Leben lacht uns an und lädt uns ein – zu leben. Was Sie dafür brauchen? Hingabe und Mitgefühl. Das sind Schlüssel und Schloß, die das Tor zum Erwachen öffnen.

Advertisements

6 Gedanken zu “ Buch

  1. Sascha Marek schreibt:

    Hallo Rainer,
    alles Gute, Liebe, Glück und Gesundheit und viel Spaß auf deiner Reise.
    Halt die Ohren steif und laß dich mal wieder sehen wenn du zurück bist.
    LG
    Sandra, Sascha und die 3 Zwerge

    Gefällt 1 Person

  2. Heike schreibt:

    Ich lese und fange an zu denken….und interessante Erkenntnis: mein eigenes Denken unterliegt Strukturen. Einfach für mich…aber gelegentlich uneinfach für mein Umfeld….das andere eigene Strukturen hat, oje! Ich sollte eine Entscheidung treffen, oder? Effektiv kommunizieren wollen mit den Anderen würde bedeuten, dass ich akzeptiere, was nicht mein ist…und dann lasse ich mich darauf ein, weil ich ja verstehen will…daraus ergibt sich dann wieder strukturiertes Vorgehen…und so geht Gesellschaft. Die Frage ist also immer, wie weit lasse ich mich ein und wieviel will ich „opfern“ von meinem ICH….vorausgesetzt es gäbe ein Ziel, dass es zu verwirklichen gilt, oder?
    Rainer, Rainer, daran werd ich wohl kauen. Daran und an mancher Oberflächlichkeit, die für meinen Kommunikationspartner vielleicht gar keine ist, sondern ein Bedürfnis, ein Motiv.
    Lieben Gruß
    Heike

    Gefällt mir

    • Liebe Heike,
      nicht nur du hast strukturierte Gedanken – ich auch :o) Wäre ja auch blöd wenn ich in der Küche das Messer anstatt der Zwiebel dünste, um es hinterher mit etwas Motorenöl und Sägespäne abzuschmecken. Gedanken kommen, Gedanken gehen. Es liegt an der Wertung der Gedanken. „Andere Gedanken akzeptieren“ – warum nicht ohne Wertung stehen lassen oder rein faktisch den Anderen auf Unklarheiten aufmerksam machen. Das geht in Richtung Mitgefühl…
      In der Schule haben wir gelernt Probleme zu lösen – wieder und immer wieder. Das versuchen wir später im Erwachsenenalter auch – nur den Umgang mit dem Denken haben wir nicht gelernt. Wir benutzen z.B. einen Taschenrechner – aber wir sind nicht der Taschenrechner. Warum sollten wir beim Denken, dann das Denken sein?

      Gefällt mir

  3. Ralf schreibt:

    …und ne Anmerkung zu indianischen Heilern un Klapperschlangen! Die Prozedur endet meist mit dem Tod…der Schlange! Blöd wenn man nicht weinen oder schreien kann vor Schmerz…..

    Gefällt mir

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

w

Verbinde mit %s