Wir träumen jede Nacht – manche auch tagsüber… Manchmal erinnern wir uns, doch die meisten Geschichten fallen hinten runter. Vor 15 Jahren hatte ich einen Traum von fünf verschiedenen Orten. Nichts Außergewöhnliches sollte man meinen – doch dieser Traum hatte etwas von einer Vision.
Ich folgte diesen Bildern – und fand sie.
Das Letzte hier auf den Solomon Islands. Ein Ort Names Munda. Ich stehe am Ufer, schaue in den Horizont und weiß – das ist das Bild. Es erfüllt mich – ich sauge den Moment auf – etwas fällt ab von mir – Stille. Tut sich jetzt der Untergrund auf? Hagelt und blitzt es? Tritt etwas in Erscheinung? Nein – es bleibt einfach nur still. „Etwas“ endet. „Etwas“ verläßt mich.
Führte mich doch diese Vision seit damals um die halbe Welt, auf verschiedenste Kontinente, Länder, Städte und Bushcamps. Ich könnte jetzt auch einfach wieder nach Deutschland fliegen – bin „fertig“.
Mein ursprünglicher Gedanke mich um die Welt zu arbeiten hat nicht gefruchtet – jetzt weiß ich warum – es ging um etwas anderes. Mich finden lassen. Orte besuchen, die mir helfen mich zu erkennen, Abschied zu nehmen von Gewohnheiten und Gewöhnlichem. Erkennen was be“Enden“ wirklich bedeutet und darüber zu schreiben. Was für ein Geschenk!
Immer wieder auf dieser Reise habe ich das Gedicht „Stufen“ von Hermann Hesse im Kopf. Immer wieder wird die Luft scheinbar silbern wenn ich R. M. Rilke höre – dann stolpern selbst die Moskitos über meine Gänsehaut und lassen mich in Ruhe.
In 20 Minuten verlasse ich Honiara in Richtung Brisbane. Ade Solomons!

